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Sonntag, 26. Mai 2013

Kunst, wenn sie Emotionen erweckt, schafft Gemeinsinn. "Hinaus mit der Kunst auch auf das platte Land." (Max Bram, Städtische Galerie, Rosenheim)

Kunst und Kommunikation gestern und heute

"Hinaus mit der Kunst auch auf das platte Land!" 





"Hinaus mit der Kunst auch auf das platte Land."
(Max Bram und seine Sammlerträume, Link 3)


Gemäldesammlung von Max Bram in der Städtischen Galerie Rosenheim

M a x   B r a m  stiftete seine Gemäldesammlung der Stadt Rosenheim im Jahre 1904 (Link 5).

Max B r a m machte den Bau der S t ä d t i s c h e n G a l e r i e in Rosenheim zur Auflage für die Schenkung  (Werke von Defregger, Schleich, Stuck Wopfner...) 

Am 29. August 1937 wurde das von Professor Bestelmeyer geschaffene Gebäude am heutigen Max-Bram-Platz eröffnet. Zuvor befand sich die Kunstsammlung in der säkularisierten Michaelskirche in München.  

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Für den Lehrer, Max Bram (3), war die Kunst und die Kommunikation über Kunst mit den Künstlern ein Werkzeug für ein erfülltes Leben in einer Zeit des Umbruchs. Seine Gemäldesammlung befindet sich in der Städtischen Galerie Rosenheim.
Kunst als Schulung für das Leben. Das war wohl mit Max Brams  Ausspruch gemeint: "Hinaus mit der Kunst auch auf das platte Land." 

Kunst trägt den Zauber einer besonderen kommunikativen Sprache in sich,  sowie von Farbe, Form, Geruch und gefühltem Inhalt. Kunst  ist - aktiv und passiv angewandt - das Rezept für inneres Wachstum und trägt zur Klarheit bei.  

Ob Max Brams Anliegen, Begeisterung bei Jugendlichen für die Kunst zu wecken, heutzutage brach liegt? Zu viel an  like und plus im Web 2.0? Schwächelt die Menschheit dahin? 

Mehr junge Menschen würde ich gerne in der Städtischen Galerie in Rosenheim sehen.  

Kunst bewirkt ein waches Lebensgefühl.

Kunst ist ein Lebenselexier.

Kunst kommuniziert auf der Sach-, Appell-, Beziehungs- und Selbstdarstellungsebene. Dieses Modell der vier Kommunikationsebenen entwickelte Friedemann Schulz von Thun (4).

Emotionen durchziehen alle Kommunikationsebenen der Kunst.

Emotionen sind Antrieb und Ausdruck beim lebhaften künstlerischen Prozess. 

Ohne emotionale Regung und  Zuwendung stirbt der Mensch an seelischer Deprivation. 

Folgen psychischer Entbehrung kennen wir seit den Zeiten

von Kaiser Friedrich dem II. Siehe hierzu auch den Berich

aus dem 13. Jahrhundert von Salimbene von Parma, Link 7.) 

Mit welchen Werkzeugen arbeitet nun Kunst?  

Farbe lässt sich fühlen und erahnen. Grün für die Natur. Grün und Gelb, die Farben der brasilianischen Flagge. Dann wieder glitzernde, dominante Oberflächen. Farbe als Ausdruck von und Appell an die Lebensfreude. So ungefähr beschreibt der brasilianische Designer Fernando Campano (1, S. 276) seine Eindrücke. 


Luisa Hutton und Matthias Sauerbruch versuchen intuitiv mit der Farbpalette umzugehen. Sie probieren Farbzusammenstellungen systematisch aus. Dabei wollen sie sich von den Emotionen lösen. (Link 1, S. 280). Wie wollen sie das schaffen?  Wo kriechen Beziehungsebene  und Selbstdarstellungebene durch eine Hintertüre wieder herein?

Rupprecht Geiger hingegen, der Maler der Monochromie, läutet   mit geometrischen Gesten von Rechteck, Quadrat, Kreis die Sachebene ein. Gleichzeitig lässt er mit alarmierend aufleuchtenden Farben Ahnung und vielleicht Erleuchtung entstehen. (Link 1, S. 287)  

Und wie sieht es im digitalen Zeitalter mit der Kunstszene im Web 2.0 aus? 
Sind in einer Online-Community von Kunstbegeisterten  

Bewusstsein, Wahrnehmen, Vorstellen und schließlich
Denken und Begreifen von Kunst noch an das menschliche 
Gehirn gebunden  oder handelt es sich um 

'Systeme von Denkfolgen',

die gesetzmäßig ablaufen?  So oder so ähnlich würde wohl die Frage eines Systemtheoretikers lauten (6), wenn da nicht die Gefühle wären.


Systeme sind autopoietisch und entwickeln sich aus sich 



selbst heraus (6). Das bedeutet, dass eine Schwarmintelligenz aus

Kunstschaffenden und Kunstbegeisterten (8) weitreichende und 

vielleicht überraschend anders geartete, kollektive und kreative 



Prozesse in der Kunstszene bewirken kann. Das wäre ein



Weg und eine Entwicklung heraus aus dem Künstler-



Egotunnel (5) und hinein in eine Szene in der das Ganze mehr ist 

als seine Teile. 







Communitys und Kunst streben nach einer bestimmten, 


unbewussten inneren Ordnung. 


Die oftmals oder immer aufgesetzte binäre Brille von 

Gutem und Bösem (2) - auch in der Kunstszene -  und  mit 

der anscheinend gesetzmäßig, nicht nur an Stammtischen, 

die Welt betrachtet wird, könnte sogar bei 

Problemlösungen hilfreich sein. Die Flut an für unpassend 

empfundenem Input (2) wäre leichter und schneller zu 

entsorgen. Es entstünde mehr Zeit für das Kreative.   




Wohin würde sich so eine aus Künstlern und  

Kunstschaffenden bestehende Community (3) 

entwickeln?



Wie rasch und punktgenau würde die Kunstszene auf 




aktuelle Ereignis reagieren?




Auch Kunst und  Kunst-Therapie könnten im Web 2.0 

fusionieren und Kunstformen zum Ausdruck bringen, die zu 
bewerkstelligen, nur im Zusammenspiel vereinter Kräfte möglich sind. In der Kunstherapie wird die sinnliche Wahrnehmung geschult.
Wie bei jedem Künstler, suchen innere und äußere Bilder nach kreativem Ausdruck. 
Erstaunlich und befreiend wirken die dabei auftretenden psychosomatischen Wahrnehmungen von Weite und Wärme. Und was könnten Literaten, Wissenschaftler und Sie und ich, liebe LeserInnen, alles bewegen, wenn wir Kreativität und Wissen in der Gemeinschaft walten ließen? 

Probieren Sie es aus. Man könnte anschließend ins 
Schwärmen geraten bei soviel unsagbarem Begegnungen 
mit Schwarmintelligenzen bei Social Media und sonstwo.


Allein das, möglichst viele Netzschwärmer aus dem Ego-
Tunnel der Abkapselung oder des lediglichen Lurkens (ca.
90%) herauszubekommen, ist eine andere  und besonders 
langwierige Kunst-Art. Am ehesten würde ich derartige 
Befreiungsversuche den Social Media Managern
und Kommunikatoren zutrauen oder MOOC-Erfahrenen (8). 

Liebe LeserInnen, wenn Kunst Ihnen ein großes Anliegen ist,  

Sie Kunstschaffender sind oder einfach etwas in der 

Kunstszene bewegen wollen, dann können Sie auch  einen 

Ichkurs-MOOC (4) für bessere Kommunikationsstrategien, 

gegen falsche Glaubenssätze und für freie Denkentwürfe

besuchen. Vielleicht gibt Ihnen die praktische 

Auseinandersetzung mit sich selbst einen neuen und 

gewaltigen Kreativitätsschub. Dort treffen Sie mich als 

Ichkurs-Teilnehmer wieder, denn Kunst und Psychoanalyse sind ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens.

Ob der Lehrer, Max Bram, es heute schaffen würde, Bewegung und Gemeinsinn in die Kunstszene zu bringen? 


Immerhin, damalige Künstler  - darunter manch armer 

Schlucker - öffneten sich zusammen mit ihm der 

Münchener Kunst-Szene und dem  


"Hinaus mit der Kunst

auch auf das platte Land."


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Liebe LeserInnen, hier noch ein Nachtrag zum Beitrag bzw.



zum Foto zu 'Kunst auf das platte Land'. Sie meinen es 


handle sich um ein Foto zu teuren Paul Green-Schuhen für 


Plattfüße.  


Wirklich? Meinen Sie?

Bald hätte ich Greenpeace-Schuhe geschrieben. So eine


Marke gefiele mir weitaus besser. 


Immerhin, es freut mich sehr und überrascht mich noch 


mehr, dass Ihnen mein Foto gefällt und Sie dafür überall 


auf Plus oder Like  klicken. Ich bin noch - also hoffentlich


nicht mehr lange - ein Un-Fotograf. Ich fotografiere nämlich 


erst seit kurzer Zeit, wenn es nötig ist, d. h. wenn ich Fotos 


für meine Texte benötige. Natürlich entstehen die Fotos mit 



meinem Billig-Smartphone, das ich bei Tchibo mit günstiger 

Internet-Flatrate ergatterte. 


Wegen meiner teuren Schuhe konnte ich mir lediglich dieses 


Tchibo-Samsung-Smartphone-Billig-Angebot leisten. 



Mit den teuren Paul-Green-Schuhen werde ich vielleicht 

einmal für Greenpeace laufen?

Soll ich?



Ob die bei mir anfragen? Und für Ärzte für die Dritte Welt 


rennen oder nur um gesund zu bleiben?



Für die Kunst laufe ich auf jeden Fall und bei der


Re:publica 2013 lief ich als Helferin mit diesen Schuhen.

Ach so! Deshalb kamen Ihnen meine Füße so bekannt vor? 



Liebe LeserInnen, ich freue mich darüber, wenn ich auch Sie bei DECEMA und auch sonst irgendwo näher kennen lernen darf. Mich und meine Plattfüße kennen Sie ja schon. Sind wir jetzt schon ein bisschen so etwas wie eine Community?   



Bitte laufen Sie viel. Das ist keine Kunst. 

Bleiben Sie mir gesund. 

Herzliche Grüße
Ihre
Anna 
_____________________

Creative Commons Lizenzvertrag
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
________________________________________
Quellen:
(1) Fernando und Humberto Campano
(1)  http://books.google.de/books?id=i44uYsWzziEC&pg=PA307&lpg=PA307&dq=Kunst+Markus+Zehentbauer&source=bl&ots=Hh01kjOhya&sig=vfJDGRdljE_3gROurpHNVGScrAk&hl=de&sa=X&ei=cFiiUeaAFKiM4gTr64G4DA&ved=0CFAQ6AEwBA#v=onepage&q=Kunst%20Markus%20Zehentbauer&f=false
(2) Kühnste Träume in den schlimmsten Farben in Berlin (SZ am 29. April 2013)
(2) http://www.sueddeutsche.de/kultur/ausstellung-macht-kunst-in-berlin-armutszeugnis-aber-sexy-1.1661334-2
(3) Max Bram
(3) https://plus.google.com/111634746643816111742/posts/DjDeVFMp17p
(4) Friedemann Schulz von Thun ein Thema im Ichkurs
(4) http://ichkurs.de/kommunikation/quadrat/
(5) Max Bram, Ehrenbürger der Stadt Rosenheim / Stadtarchiv Rosenheim
(5) http://www.stadtarchiv.de/index.php?id=634
(6) Autopoesis
(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis
(7) Kaiser Friedrich II / Seelische Deprivation
(7) http://de.wikipedia.org/wiki/Psychische_Deprivation
(8) MOOC Maker Course / Massive Open Online Course #MMC13 (deutscher MOOC 2013)
(8) http://howtomooc.org/


Samstag, 11. Mai 2013

Re:publica 2013 - Eine schöne digitale Welt



Schöne digitale Welt

Am 05.05.2013 begann morgens die Gestaltung der  Re:publica 2013

Schachteln für den Aufbau von Wänden und Theken, 3000 Stofftaschen mit Lesestoff zum Befüllen, der Kabelsalat und endlose weitere technische Tätigkeiten waren zu bewältigen. Anna organisierte und die Helferinnen packten tatkräftig an.

Die Re:publica fühlt sich für Re:publica-Helfer wie ein soziales Utopia an. Hier  gab es keine Selbstdarstellungsbedürfnisse so von Insider zu Insider. Es hätte auch keiner zugehört. Gegenseitiges Helfen war angesagt, wenn bei einem Helfer die Zeit knapp und Stress-Situationen häufiger wurden. Jeder ist fast überall einsetzbar. Da häuft sich eine Menge an prozeduraler Wissenserfahrung an.
Recht unbeschwert ging es in dieser vielseitigen Helfer-Crew zu. Hier trafen sich alle möglichen und unmöglichen Berufe, Kulturen und Altersgruppen.

Nachmittags bereits beträchtliche Fortschritte.  

Und am Morgen danach steht die digitale Zauberwelt für Menschen aller Länder - übrigens behindertengerecht. 


Fragen über Fragen zur Re:publica:- Leitete die digitale Revolution einen Fortschritt oder einen Rückschritt ein?
- Wie behalten wir die Kontrolle über unser Online-Leben? 

- Verlieren Sie immer häufiger den Faden, wenn Sie im Netz sind?
  
Hierzu der australische Philosoph Damon Young (8):

 "To be diverted isn't simply to have too many stimuli but to be confused about what to attend to and why….


Gibt es Medien-Sicherheit für Kinder?
Wann ist Internet-Zeit für Kinder?

Die Zeit war zu kurz, um tiefschürfende Erkenntnisse zu bekommen. Die Re:publica war auf jeden Fall ein Muntermacher.
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Am Flughafen Berlin-Tegel – beim Heimflug – überdachte ich nochmals die Re:publica-Tage. Schließlich warf mich mein euphorisch gewordenes Re:publica-Über-Ich wieder zurück in die digitale Ängstlichkeitsrealität.
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Vor allem der Vortrag mit Dokumentarfilmen zum Kriegsgeschehen hatte mich gefesselt. Leider ist das Video von der GEMA gesperrt worden.

Folgende Fragen zum Filmen tauchten auf:

Sollte man Videos einstellen mit sichtbarem Fadenkreuz, abzuschießender Person und Explosionsfolgen? Heizt das ein Kriegsgeschehen an?

Nervenzermürbend ist die Tätigkeit am Kriegsschauplatz. Mutig, diese Reporter, die, angeseilt außen auf der Tragfläche eines zum Angriff startenden Flugzeuges sitzend, filmen. Weil ich in der Medienwelt zum Kriegsgeschehen publiziere, weiß ich, dass ich bin? Was treibt einen Reporter an, sich der Kriegsgefahr auszusetzen? (Vortrag: re:publica 2013 - Thomas Wiegold, Sascha Stoltenow: Die Digital Natives ziehen in den Krieg, Link 7)

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Was zeigte noch Re:publica Nachwehen? War die Re:publica doch ein Traum oder eine soziale Utopie gewesen?
Das Thema Bildung, das Lernen lernen, das iPad sowie die allgemeine, einschließlich der geistigen Verarmung schlängelte sich durch die Vorträge und Säle:

Gebt den Vogelfreien –  also den sozial Benachteiligten – und den Schülern und Lehrern ein iPad zur Gestaltung neuer Lebensinhalte? Ja, so oder provokanter hätte ich mir die Bildungsthemen gewünscht.
Gleichzeitig wären da unsere eigenen Schwächen, im Netz des den Verdrängungsmechanismen unterliegenden Sozialgefälles, zu fokusieren. Unsere hintergründigen Emotionen (8) bedürfen zusätzlicher Kontrolle. Sind da digital-gebildete Missionare am Werk? In Angola gibt es den Spruch „Bevor die Missionare kamen hatten wir das Land, anschließend nur die Bibel.“ Das Thema Emotionen und was treibt uns an (Altruismus? Narzissmus?) bei Social Media, das ist unter Link (8) interessant dargestellt.

Brauchen wir ein Bildungsmarketing damit Bildung in die Gehirne kommt?
Die Begeisterung für Sport und Ferien ist deutlich stärker ausgeprägt als ein Streben nach digitaler Wissenszufuhr und Mitbestimmung,  zumindest in einer gewissen Schicht unserer Gesellschaft. Diese Mitglieder unserer Gesellschaft wollen sich nicht unbedingt für Wissen anstrengen. Sie wollen Spaß.
Andere Gesellschaftsschichten brauchen eher einen vollen Magen.

Motivation für das Lernen ist die Aussicht auf eine Bedürfnisbefriedigung.

Wieso nach einer frisch-fröhlichen Re:publica solche Gedanken auftauchen?
Auslöser dafür war ein Ereignis im Eingangsbereich am Flughafen Berlin-Tegel. Ein junger Mann wühlte in einem Abfalleimer, fand einen Plastikbecher mit etwas Saft und trank ihn gierig aus.
Was folgern Sie? Wo finden die durch das soziale Netz gefallenen Mitbürger ihren Platz im digitalen Bildungsnetz?   
Was lernen wir daraus? Welche Möglichkeiten bietet die digitale Welt, um Menschen an und unter der Armutsgrenze aufzunehmen.

Das Miteinander, das Lernen und der gegenseitige Austausch bedürfen des Anfassens. Begreifen, gemeinsam das Leid fühlen, riechen und schmecken, wie in Berlin-Tegel am Abfalleimer.

Wir brauchen einen Platz zum Erwärmen. Der existiert noch nicht in der digitalen Welt. Die digitale Welt liegt in den Geburtswehen. Die Fruchtwasserblase ist noch nicht gesprungen. Zwischen Blut, Urin und Fäkalien wird der Mensch geboren. Welche Geburtshelfer braucht das digitalisierte Land? Reichen Kursleiter/Lehrer/Helfer aller möglichen und unmöglichen Berufe, so wie bei der Re:publica aus?

Wir sollten den sozial benachteiligten Mitmenschen, den ‚Vogelfreien’ ein iPad geben? Unter Brücken sah ich Männer morgens schlafen, wenn ich mit der U-Bahn vom Alexanderplatz zur Re:publica am Gleisdreieck fuhr.
Das iPad ist keine Lösung. Achtsamkeit, Empathie und Unterstützung sind passende Problemlöser-Skills – ganz ohne iPad. Mit iPads’ lässt sich die Armut, einschließlich der Wissensarmut, kaum beheben.  

On- und offline-Streetworker braucht das Land, meinen Sie? Intuitiv würde ich zustimmen. Allerdings möchte ich mich nicht auf die Intuition verlassen. Falsche Überzeugungen/Beliefs bedürfen der Prüfung.
Ist der digitale Fortschritt etwa ein Rückschritt, weil er zu sehr auf den egoistischen Nutzwert abzielt?
Gehen daran alle Lebewesen zugrunde und vor allem der Mensch?
Schlagen Maschinen irgendwann zurück?
Alte und neue Ängste erwachen im Zusammenhang mit Maschinen und digitalen Tools. Sie könnten dem Menschen mittelbaren oder unmittelbaren Nutzen bringen, falls der Schaden nicht größer wäre.
Den mittelbaren Nutzen beim Strom, damit ich den Text schreiben kann, sehe ich ein. Beim elektrischen Rasenmäher beginne ich schon zu zweifeln.
Für den Nutzen meines iPads finde ich nicht genügend Argumente. Eine Wäscheschleuder schleudert Wasser heraus, aber das iPad? Die Suche im Internet verschleudert meine Zeit und die Informationen erwecken teils den Anschein von Gebetsmühlen.

Irgendwie gruselig, dass ein Smartphone oder iPad allmählich personifiziert und wie ein Familienmitglied umhegt wird. Womöglich wird das iPad zum iPet?
Keiner umsorgt seinen Ehemann oder seine Ehefrau so liebevoll wie er dieses digitale Teil umhegt. Angeblich spricht der Durchschnittsmensch höchstens zehn Minuten pro Tag mit seinem Partner. Aber wehe, wenn des Menschen bestem Teil etwas zustößt, dem Smartphone. Auf der Re:publica fiel ein Smartphone in die Toilettenschüssel. Mit schneller Hand wurde das nasse Etwas herausgefischt und wegen seiner Feuchtigkeit bedauert.

Wo bleibt die lebendige Kommunikation mit allen Sinnen und mit allen Menschen?
Auf der Re:publica liefen vorwiegend Insider-to-Insider-Gespräche. Wie soll Wissen wachsen, wenn nichts aus fremden Quellen strömt? Undenkbar, wenn sich nur Mediziner mit Medizinern austauschten oder Lehrer nur mit Lehrern. Da wäre nicht viel los mit der Menschheit – krank an Körper und Geist.
Von der Online-Strategie weg und hin zur Offline-Kommunikation?
Das klappte auf der Re:publica nicht so recht und Berlin schien von auf ihr Smartphone starrenden Menschen übervölkert zu sein.
Auf diese Weise bin ich wie ein unsichtbarer Geist einigen Online-Gefährten von Google plus und facebook über den Weg gelaufen. Wer kann schon mit einem Smartphone konkurrieren?
Meine Brieftauben zuhause reagieren anders. Sie finden mich überall und reagieren in fremder Umgebung äußerst aufmerksam. In Kriegszeiten sind sie besonders wertvoll. So ein Brieftauben-Nachrichtendienst ist nicht wie ein digitales Netz lahmzulegen.

Quellen:
(1) Das Ich und die Entwicklung und falsche Beliefs
(2) Emotionen
(3) Alte und neue Ängste (Vortrag bei den Lindauer Psychotherapiewochen 2013)
(4) Beschleunigte Zeit und Angst (LPT 2013)
(5) Ichkurs, Gefühle, Lebenszeit
(6) Emotionen von Zielgruppen (Altruisten, Verbinder...)
(7) Die Digitalen ziehen in den Krieg




(Namensnennung - NichtKommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen) 

Link zur Erläuterung der "Creative Commons"-Lizenz. 



Donnerstag, 2. Mai 2013

Das Leben ist zu schön, um ungelebt zu sterben.


Das Ich und die Entwicklung zur Einzigartigkeit

Reflect: 'Ich bin' – 'ich bin' – 'ich bin'.

Denken Sie über sich nach? Reisen Sie gerne? Lieben Sie Geschichten?  Lieben Sie fröhliche Menschen um sich?

Wenn ja, dann könnte Ihre  Reflexion  zu ‚ich bin’ wie folgt aussehen:
- Ich bin ein Zigeuner und  streife gerne durch Wälder.
- Ich bin einzigartig.
- Ich bin ein besonderes Modell und Baujahr mit einem Hang heraus aus der Trauer und hin zur Fröhlichkeit.

Warum?
Ich zum Beispiel, weil ich mich von Kindheit an mit märchenhaften Geschichten und mit den Erzählungen über die deutsche  Nazi-Vergangenheit beschäftigte. Das vergangene Leid meinte ich zu spüren. Es kroch mir  förmlich mit vier Jahren - in meiner überreichen Phantasie  - bis in beide Lungenflügel, meinte ich damals.
Als es mir nicht gelang, meinen Kummer über  einen bedrohlichen Keuchhusten auszuhusten, beschloss ich einige Monate später. gesund zu werden. Ab diesem Zeitpunkt beglückte ich meine Umgebung mit erstaunlichen Einfällen.
Sich mit Krankheit aus einem Problem lösen zu wollen, hatte keine wirkliche Befreiung gebracht. Ich  gab alles Einengende auf. Mein Freiheitsdrang versetzte ab diesem Zeitpunkt meine Umgebung in Schrecken - einmal besonders, als ich mit 36 Jahren - ohne große Reisevorbereitung - alleine Nigeria erkundete.
Völlig gesund wurde  ich mit fünf Jahren -  an einem Weihnachtsfest - von einer Minute auf die andere. Meine Mutter überraschte mich nämlich an diesem Tag mit einer mit Antiquitäten liebevoll eingerichteten  Puppenstube  mit roten Samtvorhängen. Sie hatte  die einzelnen Möbelstücke von dem wenigen Geld, das sie hatte, gekauft. Ich sollte noch etwas vom Leben haben, bevor ich sterbe.

Ab diesem Zeitpunkt bekam ich mein Leid  und das von Mitmenschen und das in Märchen gründlich satt. Das Leben war und ist zu schön, um   ungelebt zu sterben.  Seit diesem Zeitpunkt  hüpfe oder tanze ich vergnügt herum und Weinen finde  ich seither eine Energieverschwendung.


Meine Gesundung leitete damals meine Mutter ein, wenn man diese Geschichte genau betrachtet. Nein, nicht mit riesigen Tabletten-Kugeln, die bitter schmeckten und an denen man zu ersticken drohte. Meine Heilung  geschah durch eine Puppenstube und Geschichten, die Mutter und ich uns gegenseitig erzählten.

Weitere Entwicklungsphasen erfolgten auf  einem  schweren Rad. Ich musste stehend treten. Der Sattel  war zu hoch. Ich musste nach oben zum Gesundheitslenker greifen. Natürlich konnte ich auch nicht über den Lenker blicken. Damals wollte ich mit meinen frühen Rad-Künsten zum Zirkus.  

Zerschundene Knie bei Stürzen, weil ich einen steilen Berg hinunter nicht genügend bremsen konnte, ertrugen Mutter und ich mit Fassung.

Wie ein Mensch sich entwickelt, wage ich kaum zu beurteilen. Die einen sind  trotz  erheblicher Hirnschäden nicht gelähmt. Andere Zeitgenossen wirken lähmend, wenn sie auftauchen.

Mit den Genen wollte  ich später, während  des Medizinstudiums auch nur ungern Freundschaft schließen. Sie wissen schon, diese Sache in der Hitlerzeit mit dem ‚unwerten Leben’  löscht sich über Generationen nicht so leicht aus den Gehirnen und manche Schreck-Gespenster  bleiben irgendwie und irgendwo epigenetisch hängen.


Soviel zu den unterschiedlichen Entwicklungsmustern von Menschen. Mancher sucht Geborgenheit unter einem Panzer wie eine Schildkröte (1). 


Mancher sucht Geborgenheit unter einem Panzer wie dieses Schildkrötenkind.

 Creative Commons Lizenzvertrag http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Foto von Herbert Forstmeier 

 https://plus.google.com/108200492920281233541/posts



Psychoanalytische Modelle, die frühkindliche Triebregulation und unbewusste Prozesse können Sie bei Wikipedia nachlesen. Das ist hier uninteressant und  die  evolutionsbiologischen Erklärungen ebenfalls.

Warum  es zu  Unterschieden  zwischen Menschen als Folge von Selektion oder Spezialisierung kam,  können Sie sich ja vorstellen. Da geht und ging es nicht gerade gerecht zu unter den  Kriegern. Das muss  nicht heißen dass jeder Mensch heute genetische oder  anerzogene Merkmale von Ungerechtigkeit trägt.  Nicht jeder spielt bei Rechtsverletzungen und Kampf mit. 



Ich weiß von einem  deutschen  Späher in Russland. Er ritt täglich nach vorne, kehrte wieder um und berichtete, dass vorne der Feind sei. Bei seinen Ausritten  ins feindliche Gebiet fiel  niemals ein Schuss. Das blieb so bis der Krieg zu Ende war. Dann wurden diese deutschen Soldaten  russische Gefangene. Sie  hatten so wenig zu essen wie die, von denen sie sich gefangen nehmen ließen. Gemeinsam mit den Russen reparierten sie einige Zeit landwirtschaftliche Geräte und irgendwann durften sie zu Fuß nach  Deutschland zurückkehren.  Mein früherer Hausarzt schnitt sich während der Wanderung die erfrorenen Zehen mit einem Messer ab. Was denken Sie, was das für eine Entwicklung war und  anschließend wurde? Ausgehungert kamen die Soldaten heim und  wurden als Nazis womöglich beschimpft.  Das Leid  und den Krieg  totschweigen, hieß das Gebot der Stunde. 
Später deckte die Flowerpower-Generation diese  deutsche Schreckens-Zeit zu.  Ein Verdrängungsmechanismus folgte dem nächsten. Die Hippie-Verdrängung  klappte nicht und ging in antiautoritäre Erziehung über und schließlich begann der Mutterinstinkt zu versagen vor lauter Selbstverwirklichung. Im Moment hat das Erziehungsdefizit seinen Höhepunkt bei den Latte macchiato-Müttern erreicht. Fehlendes mütterlich empathisches Wahrnehmen  von  Gefühlen ihrer Kinder führt zu konfusen  verunsicherten Befragungen, was für materielle Wünsche das Kind denn habe.
Die Angst der über Generationen unverarbeiteten verdrängten Vergangenheit krabbelt unter der Decke wieder hervor in einer Form von allgemeiner Verunsicherung. Wie bei Dornröschen, wurde die böse deutscheVergangenheit im Tiefschlaf übersprungen.

Vielleicht wäre es  damals gelungen,  meditativ der Angst und Verzweiflung Herr zu werden. Diesen  Schrei  der Kriegsheimkehrer nach Geborgenheit, Genügsamkeit, Einfachheit und  nach Einkehr von Normalität  wollte keiner hören.
Zu Sündenböcken abgestempelt ? Ja, teilweise. Unverständnis für die Krieger-Väter und  die Verkehrung in das Gegenteil  war in den sechziger Jahren  zum Leitbild der Nachkriegsgeneration geworden. Armut und  Sorge  sollten rasch in Reichtum und  Sorglosigkeit verwandelt werden.  Zur Besinnung wollte die Jugend nicht kommen. Das  beginnende Wirtschaftswunder  ließ keine Zeit zum Grübeln übrig. Die Kriegerwitwen standen  - überrollt von  einer unbegreiflichenVergangenheit und Gegenwart - mit ihren Ängsten allein auf weiter Flur.
Sind  Reichtum und Sorglosigkeit wahre Bedürfnisse?  Geld heilt alle Wunden?
Versuchen Sie einmal, sich ein Schloss zu imaginieren. Sie werden sehen, während der  meditativen Tagtraum-Reise holen  Sie beim Bildern ihre wahren Bedürfnisse ein. Sie werden dabei seelisch reich.

Ich versuche es einmal selbst, damit Sie eine Vorstellung haben:

Ein Traumschloss? Nicht der Prunk von König Ludwigs Schloss Herrenchiemsee blendet. Nein, eher die unaufdringlich versteckte Dominanz der  Burgruine Falkenstein bei Brannenburg.
Ein starker, aber irgendwie verspielter, grauer, kraftvoller Turm steht  fest verankert  versteckt am steilen Weg – wie ein Wachtposten - und markiert den Weg hinauf zur Kirche am Petersberg.  Die Römer waren hier schon unterwegs. Jetzt wird am Berg nach deren Schätzen gegraben. Die Burg zerfiel. Nur der den Distrikt bewachende Turm bewahrte seine Ruhe und blieb übrig.
Wer dort wohnt, weiß ich nicht. Nach oben zu den Zinnen führt eine Treppe - eine wunderbare Dachterasse mit weitem Blick auf den  Lauf des Inns, das breite Inntal und die Autobahn , von München kommend, in den Süden zu Freunden in Italien, Kroatien und und und...
Ein Turm der Ruhe, der Geborgenheit - mit einer Mauer um die Burganlage zum Schutz. Viel Platz für Besucher - auch die Tiere vom Berg. Nachts hinter sich den Wald habend, geistert es friedlich. Glühwürmchen sind mit ihren Laternen unterwegs. Eine kleine Kapelle - weiter oben am Wegrand - bietet Rast für  Entspannung und Besinnung beim Aufstieg zum Petersberg oder weiter hinauf zur Asten.
Jetzt riecht es gerade nach Bärlauch.
Verstehen Sie meine im Turm gefühlte Wahrheit?  Geht es uns nicht ebenso wie den Kriegsheimkehrern?  Fühlen Sie sich wohl  in  meinem Turm der Ruhe und Besinnlichkeit?

Zum Schluss möchte ich Sie zu einer  Phantasiereise einladen in mein Filzenhäusel. Ich hoffe, Sie werden sich geborgen fühlen.

Traumzeit?

cc-by-sa Foto zu Traumbelief von Anna Maria Zehentbauer bei Google plus
Creative Commons Lizenzvertraghttp://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 Hören Sie bitte:  Traumbelief Podcast.mp3 Audiostream 


Creative Commons Lizenzvertraghttp://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

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Quelle:
(1) Schildkrötenkind von Herbert Forstmeier:  https://plus.google.com/108200492920281233541/posts

(2) Start des Ichkurses
(3) Beliefs im Ichkurs