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Samstag, 20. Juli 2013

Neuzeitliches Denken und Verhalten

Ferner ist nichts als Sein....

"Ferner ist da nichts älter als Sein, weil das, was Sein verleiht, schafft und schöpferisch ist. Schaffen aber heißt Sein aus dem Nichts schaffen." (Zitat von Meister Eckhart in D.T. Suzuki: Der westliche und der östliche Weg / Weltperspektiven, Ullstein Materialien, ISBN 3 548 35059 3, Juni 1986)

Liebe Leser,

viele wundervolle Pfade des Lebens beim Lernen von der Natur und bei künstlerischem Schaffens mögen Ihnen begegnen.

Sind Sie dickköpfig? Als Dickkopf wird der Schmetterling Spialia sertorius (Roter Würfel-Dickkopf) bezeichnet. Sie sehen wie wunderschön so ein Dickkopf wird. Dickköpfigkeit verhilft anscheinend zu Schönheit und Leichtigkeit. Zusätzlich beflügelt sie das Leben und gestattet uns spezifische, unserer Eigenart entsprechende Sichtweisen. Bestimmt ist Dickköpfigkeit ein Mittel gegen übermäßige Angepasstheit oder verhindert das Beschwerdebild der Anpassungsstörung (Link 5). Sie sehen wieder einmal, dass wir von der Natur - sogar von einem dickköpfigen Schmetterling - lernen.

Falls Sie diesen Dickkopf anlocken wollen, der rote Würfel-Dickkopf (1, 4) saugt gerne an Horn- und Hufeisenklee und liebt Thymian.

Dieser Dickkopf lebt bescheiden. Er weiß, dass ein zu üppiges Leben, ungesund ist. Spialia sertorius besiedelt Flussschotterheiden, nährstoffarme Böden (Ruderalfluren) um München und anderswo herum und er mag oben in den Bergen die stark rinder- oder schafbeweideten Kalkmagerrasen.




Spialia sertorius / Roter Würfel-Dickkopf Foto von Herbert Forstmeier  bei Google plus
 
  Creative Commons Lizenzvertraghttp://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
Herbert Forstmeier vielen Dank für das Foto
Dickköpfig zu sein als Mensch bedeutet, sich keinem Trend anzuschließen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Auch in der Wissenschaft läuft so ein Forschergeist nicht am Trend entlang. "Die Wissenschaft als solche, ihr Sinn und Wert, wird abgeschätzt nach dem faktischen Nutzen für das Volk." (Zitat des Philosophen Martin Heidegger, Link 2)

Das menschliche ,,Sein" bewahrt Werte und offenbart sich beim Gestalten, beim wissenschaftlichen Forschen und auf der Suche nach Erkenntnis.

Im digitalen Zeitalter fordert das Wesen der Technik (nach Heidegger das "Ge-Stell") und die künstliche Intelligenz den Menschen hartnäckig und rasend schnell zu neuen Verhaltensweisen heraus. Heidegger: "Der Mensch ist gestellt, beansprucht und herausgefordert von einer Macht, die im Wesen der Technik offenbar wird und die er selbst nicht beherrscht."

Vielleicht ist die sich daraus entwickelnde Psychodynamik und das
Unvorhersehbare mit dickköpfigem, neuzeitlichem Andersdenken etwas leichter zu bewältigen.

Der Weg eines neuzeitlichen Denkens sollte nicht darin enden, irgendwann zu schweigen, was ein Ja-Sagen letztendlich bedeuten würde. Gefährlich, so ein Schweigen!

Achtsamkeit ist angezeigt, siehe Heideggers Zitat:
"Dem Geheimnis der planetarischen Übermacht des ungedachten Wesens der Technik entspricht die Vorläufigkeit und Unscheinbarkeit des Denkens, das versucht, diesem Ungedachten nachzudenken."

Wer hätte zu Martin Heideggers Zeiten wohl gedacht, dass einmal im 21. Jahrhundert ein Papst Franziskus soziale Netzwerke benützt und auf der Twitter-Plattform aktiv wird. Dort verspricht Papst Franziskus zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro (23. bis 28. Juli 2013) Ablass, wenn seine Worte beim Gläubigen Früchte tragen (Dekret des Bußgerichtshofes des Vatikans, Link 3). Ablass wohl nicht, aber Erleuchtung beim neuzeitlichen Denken wäre wünschenswert.  

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(1) Spialia sertorius / Roter Würfel-Dickkopf
(1)
http://www.tagschmetterlinge.de/html/tagfalter/dickkopffalter/dickkopffalter_2.htm
(2) Der Philosoph Martin Heidegger über sich und sein Denken
(2) 
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9273095.html
(3) Papst twittert und von Ablass ist die Rede.
(3) 
http://www.spiegel.de/panorama/twitter-ablass-papst-follower-bleiben-kuerzer-im-fegefeuer-a-911577.html
(4) *Roter Würfel-Dickkkopf-Falter
(4) 
http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Spialia_Sertorius

(5) Anpassungsstörung ist kein Rosengarten