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Donnerstag, 27. März 2014

Wünsche und Vorstellungen multikulturell austauschen und nur keine Isolation!



Abaya als Umhüllung und was, wenn es bei den Frauen bunt wird?

Abaya (1),  ein meist schwarzes mantelartiges Übergewand, ist in Saudi-Arabien neben einem Kopftuch für Frauen in der Öffentlichkeit als Mindeststandard der Verhüllung zwingend vorgeschrieben. Das Material und das Muster können - je nach sozialem Status - verschieden sein.

Nur keine Isolation!
Wichtig ist, dass wir unsere Wünsche und Vorstellungen multikulturell austauschen. 
Nur keine Isolation unter Frauen und auch sonst nicht!
Wir müssen miteinander wertschätzend reden können, dann bereichern wir uns gegenseitig und geraten nicht in eine gefährliche Isolation.

Farbenrevolution hinter dem Schleier?
Hidschāb (arabisch ‏حجاب‎, DMG iǧāb) bedeutet Hülle, Vorhang, Schleier und Schirm. Der Begriff bedeutet auch die Verhüllung und Abschirmung der Frau.
Inzwischen wird kreative Hidschab-Kleidung zum Modeartikel. 
Moderne Modelle sind aus Crepe , Georgette und Chiffon . Andere bekannte Abaya Stile sind vorne offen oder vorne geschlossene Abayas. Einige Abayas sind mit Stickereien auf schwarzem Stoff versehen. Andere Abayas sind hell gefärbt (4). 

Farbige Power-Frauen-Revolution?
Im Iran ist das Tragen eines Hidschabs seit dem 16. November 2013 nicht mehr Plicht (3).
"Präsident Hassan Ruhani sprach sich vor Absolventen einer Polizeiakademie dafür aus, dass Frauen sich auf der Straße und im Umgang mit der Polizei wieder sicher und entspannt fühlen sollten, wie die Khaleej Times aus Dubai berichtet." (3) 
Die Enkelin des Revolutionsführers Ayatollah Chomeini, Sarah Eschraghi, schlägt sogar eine Kleiderordnung mit Farbenrevolution für iranische Frauen vor. Eine farbenprächtige Revolution - ohne blutiges Rot - das wäre tatsächlich eine Power-Frauen-Revolution der etwas anderen Art. 

Ob der Hidschab (2), wenn es bei den Frauen bunt wird, der Frauenemanzipation noch im Weg steht? 
Was lässt sich hinter einem farbenfrohen Hidschab-Frauenvorhang nicht mehr verhindern,  bewirken und vorschreiben?
Bisher sollte der Hidschab 
- den unverhüllten Anblick einer Frau vor Männern verhindern, die nicht in einem die Heirat ausschließenden Verwandtschaftsverhältnis (Mahram-Verhältnis) zu dieser stehen 
- den Rückzug der Frau in das Frauengemach im Haus bei Besuch von Männern, die zu diesem Kreis zählen, bewirken
- die Verhüllung der Frau in der Öffentlichkeit vorschreiben.

Schleier zum Schutz vor Männerschwächen oder für schwache Frauen?
Frauen kämpfen mit anderen Waffen? Das mag so sein. In der Not sind Frauen aller Länder allemal erfinderisch gewesen. 

Frauen vertrauen nicht unbedingt angeblichen Experten für Frauenbelange oder Lebenssinn.
Der Glaube an Autoritäten ist bei Frauen schon längst zerstört.  Man denke nur an Eva und den Apfel. Schon Eva biss in den Apfel, weil sie angeblich selber wissen und erforschen wollte, wo es lang geht und wo sie ihre Ziele und ihr Glück findet.

Solch ein Forscherstreben muss heutzutage nicht zur Vertreibung aus dem häuslichen Paradies führen. Kleine Auszeiten genügen für manche Erkenntnisse. Anregungen erhält so ein Entdeckergeist zum Beispiel auf Reisen oder bei Fastenwanderungen.  

Die Tugend des Maßhaltens als Weg zum Ziel und Glück.
Dieses Ziel erreichen Wanderer. Sie machen die Erfahrungen, die Evagrius (7) beschreibt.  
Gegen das Laster der Fress-Sucht schlägt Evagrius Einschränkung im Essen und Trinken vor:
„Wenn unsere Seele nach abwechslungsreichen Mahlzeiten verlangt, dann soll sie sich an Brot und Wasser einschränken, um selbst für einen Bissen dankbar zu werden. Denn die Sattheit begehrt mannigfaltige Speisen, der Hunger aber hält selbst die Sättigung an Brot für eine Seligkeit.“
Evagrius warnt vor jeglichem Übermaß.
"Das Heilmittel heißt: Finde das für dich passende Maß an Speise und dann bleibe dabei und lass dich weder zu übermäßigem Essen noch zu übermäßigem Fasten verleiten."

Frauen und der sokratische Gedanke an Selbstbestimmung
Wer lässt sich schon vorschreiben, wie das eigene Leben zu gestalten ist?
Wir haben wahrscheinlich nur ein einziges glückliches Leben und das finden wir in der Selbstbestimmung.
Fragen über Fragen? Gewiss!
Glück findet eine Eva durch das Infragestellen aller Sinnangebote jeglicher Gesellschaftsformen und auf der Suche nach eigener Autonomie im Denken, Sprechen und Wirken.

Verborgener Spielraum hinter dem Schleier
Hinter diesem Schleier der Verborgenheit, könnte die Frau spielerisch kreativ die eigene Stimme in dieser Welt zurückgewinnen.

Nicht besser als irgendjemand, aber ebenbürtig!
Es gilt für die Frau,  über das bisherige Leben nachzudenken, um sich anschließend den nötigen Freiraum selbst zu eröffnen.
Wir Frauen müssen heraus aus der Konkurrenzlogik. Wir müssen nicht besser als irgendjemand werden. Auf Herrschaft und Besitzdenken hinauslaufende Sinnangebote liegen wie Rost auf der Seele.  

Weibliche Philosophie
Neue, sehr spannende Lebensentwürfe für eine bessere Zukunft (5) der Frau werden sich aus dieser inneren Einkehr und Erkenntnis entwickeln lassen.
Trotz innerer Einkehr nur nicht abkapseln! Nicht in die gefährliche Isolation geraten. Neue Ideen entstehen nämlich "durch Austausch, Überlieferung und Imitation, oder in den Worten des Wissenschaftsforschers Ludwik Fleck: durch Denkverkehr", erklärt Historikerin Monika Dommann in der 'Zeit'.

Denkverkehr und Religi-open
Vielleicht wird unter weiblich philosophischem Denkverkehr sogar aus der Vielfalt der Religionen ein 'Religi-open'?
Durch Austausch und Imitation geschieht flexibel Verändertes, neu Interpretiertes und Neues.
"Das Neue entsteht nie da, wo man es erwartet." So lautet der Titel des Interviews mit der Historikerin Monika Dommann (6). Positiv Überraschendes steht uns hoffentlich auch zum Frauenthema und zur Religion bevor. 

Welche Schöpferkraft wird zur Leitfigur der Moderne und des Neuen?
Erkennen wir dabei im Wirken, wer wir sind?  
In der Moderne erkennen wir Frauen uns wieder als Veränderer von realen und virtuellen Welten.
Werden wir somit zu primären Schöpfern oder Urhebern?
Primär sicher nicht, da es nichts Neues, sondern nur Verändertes unter der Sonne gibt.
Die Idee des Urhebers mit seiner Intuition verweist - laut Monika Dommann - etymologisch auf Gott, den primären Schöpfer, den Erschaffer der Welt.
Liebe LeserInnen, ich wünsche uns allen, dass wir die richtige Intuition im entscheidenden Augenblick parat haben. 

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 Dr. med. Anne Zehentbauer Creative Commons Lizenzvertrag  
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Quellen:
(1) Abaya
(1) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Abaya
(2) Hidschab
(2) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Hidschab
(3) Irans Präsident lockert Kleiderordnung für Frauen
(3) 
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-11/kleidungsvorschriften-iran-gelockert
(4) Abaya ist das Kleid und Niqab ist die Gesichtsbedeckung.
(4) 
http://en.wikipedia.org/wiki/Abaya
(5) Ein Leben führen, als wäre es für immer
(5) 
http://www.geistundgegenwart.de/2014/03/philosophie-als-lebenskunst.html
(6) "Das Neue entsteht nie da, wo man es erwartet"
Durch Austausch und Imitation entstehen neue Werke – und neue Probleme. Interview mit Historikerin Monika Dommann (6) 
http://www.zeit.de/digital/internet/2014-03/urheberrechts-konflikte-monika-dommann/komplettansicht
(7) Evagrius: "Das Heilmittel heißt: Finde das für dich passende Maß an Speise und dann bleibe dabei und lass dich weder zu übermäßigem Essen noch zu übermäßigem Fasten verleiten."
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