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Donnerstag, 19. Juni 2014

Web 2.0-Jodler in den Bergen bei Funkstille!

Hätt‘ i Di!
Ja!
Trularia
(Web 2.0-Jodler in den Bergen bei Funkstille!)
Heute geht es um eine Bergwanderung, Jodler, Kräuter und um Gras, das kein Haschisch ist und um vieles mehr. Man glaubt es kaum!  


Auf den Weiderändern wächst Knabenkraut und es duftet nach vielerlei Gräsern und nach Thymian - Majcina ducsica!
Was für ein duftendes Mutterseelchen! Davon später noch mehr...

Nach oben und immer den Augen und der Nase - dem Duft - nach!
In Hülle und Fülle gibt es Kräuter und Blumen auf der Bergwiese - beim Aufstieg über den Jenbachsteig zur Wirtsalm und Aiblinger Hütte in Richtung Wendelstein - zu bewundern.

Zuerst ging es von Bad Feilnbach aus den Jenbach entlang. 

Von Bad Feilnbach aus ging es den Jenbach entlang. 

Es kommt anders als man denkt!
Ich war auf dieser Wanderung mit einer Freundin unterwegs.
Sie können mit ihr Pferde stehlen!
Wir wollten eigentlich nur eine Stunde wandern und sieben Stunden wurden daraus.


Weit und breit keine Alm geöffnet!
Wir hatten - was man nicht tut - kein Getränk dabei und lediglich sechs Zitronenbonbons und 12 Schokoladendragees als Proviant. Die befanden sich noch von einer Wanderung mit Kindern im Rucksack.
Die Flüssigkeit holten wir uns - zusammen mit den Kühen - am Brunnen bei der Wirtsalm und dann liefen wir den Düften, Farben und dem Licht entgegen und soweit wie uns die Füße trugen.
Wir waren aus purem Übermut und aus Freude an der Bergwelt unterwegs. 
Irgendwann bedankten wir uns gegenseitig (= "to accompany each other" wird gleich im Gymi nach den Ferien bei der nächsten Schulaufgabe abgefragt! Aufpassen!) für die motivierenden Kräfte und für die Begleitung. 

So ein Erlebnis hätten wir niemals alleine durchgehalten.
Zusammen und in Einklang strotzten wir förmlich vor Fröhlichkeit, obwohl es irgendwann fürchterlich donnerte. Das waren aber - meus deus - Holzfäller bei der Arbeit und kein aufziehendes Gewitter.   

Pures Wandererlebnis und kein Kontakt zur Außenwelt! 
Den Ehemann klärte meine Freundin abends - als das Smartphone wieder funktionierte - über ihre verlängerte Abwesenheit auf. 
Dem Ehemann war das nichts Neues, wenn wir unterwegs sind ...
Er habe sich so etwas schon gedacht, wenn sie mit mir unterwegs sei, aber beim nächsten Mal solle sie gefälligst nicht mit Ballerinas in die Bergen laufen und schöne Grüße auch ...! 
Es war übrigens strohtrocken. Ich hatte schon befürchtet, dass irgendwo noch Schnee liegen könnte. 
Wanderstöcke haben wir natürlich immer dabei. Wir gehen niemals ohne und die haben außerdem Beleuchtung, falls wir auch noch nachts herumlaufen sollten.

Wir kamen beim Aufstieg an einer Tafel mit folgender Aufschrift vorbei: 
"Lieber Wanderer merk es Dir!
Du sollst vom Weg ab weichen nie,
so unterscheidest Du Dich auch vom Vieh!"

Liebe LeserInnen,

auf dem Foto sehen Sie ein bescheidenes Mutterseelchen (Thymian heißt auf Kroatisch Majcina ducsica = Mutterseelchen).



 
Das Mutterseelchen strebt dem Licht entgegen!
Ein Mutterseelchen liebt Licht und wächst auf kargem Boden - umgeben von felsigem Gestein - hier in 1311m Höhe neben der Aiblinger Hütte. 

Mutterseelchen blühen wunderschön und zeigen sich bescheiden als niedrige flache Staude mit kleinen rosafarbenen Blüten.

Genügsam sind Mutterseelchen. Sie leben gerne auch zuhause in meinem Steingarten. Natürlich lebt ein Mutterseelchen lieber in Freiheit in den Bergen! 

So ein Mutterseelchen duftet in der Bergluft besonders intensiv und selbstlos für andere. So gut duftet nichts sonst auf der Welt.
So ein Mutterseelchen-Duft fügt sich in jede Duftkomposition ein. Das Mutterseelchen wirkt ausgleichend und beruhigend (7).......

Ach, was für Ähnlichkeiten mit Müttern sind da zu entdecken! 

Nach #Knabenkraut  muss man suchen!
Es blüht bei uns in den Alpen zunehmend im Verborgenen! 
Da gibt es die Orchidazeae / Dactylorhiza majalis (1), sowie die Vielgestalt der Orchis morio-Gruppe (2) und in den Alpen den Zwergstendel (1) - auch Zwerg-Knabenkraut (Chamorchis alpina) genannt.

Orchis morio ist im Europa, Nordafrika, Vorderasien und Kaukasien verbreitet.
In der Nordhälfte Deutschlands hat diese Art nur noch sehr wenige Standorte.





Weg mit Dünger!
Diese Knabenkraut-Arten mögen Magerrasen und mäßig feuchte Wiesen, sowie trockenere Bereiche von Feuchtwiesen und lichte Wälder.
Alle Standorte sind ungedüngt.

Das Knabenkraut wird - je nach Art und Standort - 10 bis 45 cm hoch und blüht im Mai und Juni. 

Auf der Alm!
In Oberbayern nennt man das 'Oimwiesn'. 
"Der Ausdruck 'Oim' = 'Alm' ist die verschliffene Form von Alben, dem ursprünglichen Dativ Singular des Wortes Alb(e)/Alp(e), das im Nominativ noch in den alemannischen Dialekten weiterlebt."
"Im Jahr 2002 bestanden in Bayern 1384 bewirtschaftete Alpen und Almen mit einer Lichtweidefläche von 40.329 ha, jeweils die Hälfte davon in Oberbayern und im Allgäu. Dazu kommen noch rund 54.000 ha Waldweiderechte."
Insgesamt befanden sich 2002 auf den bayrischen
Alpen und Almen
- 47.840 Rinder (davon 4445 Kühe),
- 640 Pferde
und
- 4470 Ziegen und Schafe.
(4) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Alm_(Bergweide)

Aiblinger Hütte

Die Kühe als Apotheker?
Genau! Die wissen, was zu fressen ist. 
Unterschätzen wir die pharmazeutischen Fähigkeiten der Kühe nicht. 
Offensichtlich sind die Kühe dem heutigen Menschen in mancher Hinsicht - was die Natur angeht - überlegen, wenn es sich nicht gerade um Jungtier-Nullchecker auf der Weide handelt!

Diese Jungtiere beißen dann leider manchmal ins falsche Gras?
Und das für immer, falls der Hirte nicht wachsam ist!
Der Hirte sei zu sehr durch sein Smartphone abgelenkt in diesen digitalen Zeiten, ließ ich mir von einem Fachkundigen erklären. 

Der Hirte jodelt seltener und geht nicht zum Fensterln? 
Er ist mit seinen Gedanken mehr im Web als auf der Weide oder bei seiner Geliebten?
Das will ich fast nicht glauben! 
Besitzt das bayerische Dirndl zu wenig Oxitocin-Kuschelhormon? 
Gibt es vielleicht einen unschädlichen Zaubertrank für mehr Engagement in den Bergen?
Dabei müssen die Hirnregionen stimuliert werden, die auch beim Konsum von Drogen wie Kokain, Heroin und Haschisch stärker arbeiten.

Haschisch? So ein Gras gibt es nicht in den Bergen (8).  

Giftige Ranunculus-Arten gibt es dort oben.
Dieser Hahnenfuß ist giftig (Protoanemonin) und wird aufgrund seines beißenden Geschmacks vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen werden die Giftstoffe abgebaut. Dieses Heu - vermengt mit getrockneten Hahnenfuß-Arten - wird unschädlich.

Wiesendermatitis? Es juckt?
Abgemähter Hahnefuß kann bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). 
(5)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hahnenfuß

Natur pur?
Was hier oben auf dem Foto mit dem Knabenkraut zu sehen ist, das ist der Rand einer Weide.
Da wächst und gedeiht, was sich verträgt. Das ist ein Paradies hier für Insekten.
Bei der Farbgebung der Pflanzen spielt das UV-Licht eine entscheidende Rolle. Diese farbenfrohen Pflanzen ziehen viele Insekten förmlich an (6). 

Ohne oder bei wenig Weidepflege sind auf dem Weideland Pflanzen, die dem Vieh weniger gut schmecken, beheimatet. Da gibt es dornige oder giftige Arten.
Mit mehr Weidepflege wird deren Ausbreitung verhindert.

Oben auf dem Berg, wo die Freiheit wohnt!
Da oben wohnt Freiheit und Zauberei. 
Gegen das „Berufen“ (= Verzaubern, Verhexen) werden Kräuter für Waschungen oder Räucherungen verwendet oder man legt Kräuter in das Bett oder in die Wiege oder gibt die Kräuter zum Futter für das Vieh (6).
Was ich dieses Mal bei der Wanderung da oben fand, das war das bereits beschriebene Mutterseelchen (= Thymian), den gelb-orange blühenden Arnika, Kornblumen - einfach Pflanzen in einer Vielfalt, die begeistert - und einen riesigen Ameisenhügel.




Tarnanzüge aus der Dunkelheit und was sonst noch alles! 
Höchst erstaunlich!
Oben - kurz vor der Abzweigung nach links in Richtung Rampoldsplatte und nach rechts in Richtung zum Wendelstein, Breitenstein und zur Aiblinger Hütte  - begegneten uns beiden Frauen zwölf in Dreier-Formation marschierende Soldaten in Camouflage-Anzügen.  
Die freundlich lächelnden Soldaten in ihren Tarnanzügen tauchten urplötzlich - stramm marschierend - aus der Dunkelheit des Bergwaldes auf.
Ich hätte sie  - wegen ihrer Körper-Statur und der feingeschnittenen Gesichter - für Soldaten aus Eritrea gehalten. Das kann aber nicht sein. Der Anführer war ein Weißer. Amerikaner? Eigentlich schade, dass ich sie nicht fotografierte.  

Dort oben traf ich auch schon einmal auf eine Frau im langen Abaja in Begleitung eines türkischen Herrn in kurzen Hosen und auf ein arabisches Paar in Jeans auf ihrer Hochzeitsreise.  

Liebe LeserInnen, möchten Sie wissen, wie es um uns Wanderinnen am nächsten Tag bestellt war? Das erfahren Sie unter Link 3.



Bericht und Fotos: +Anna Maria Zehentbauer   


________________
 Quellenangaben:
(1) Knabenkraut 
(1) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Knabenkräuter 
(2)
Kleines Knabenkraut
(2) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Kleines_Knabenkraut 

(3) Aufstieg in Richtung Wendelstein und / oder Breitenstein 


(4) Alm / Bergweide
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Alm_(Bergweide)
(5) Hahnenfuß / 
#Wiesendermatitis  
(5) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Hahnenfuß
(6) Alpenflora
(6) 
http://de.wikipedia.org/wiki/Alpenflora 
(7) Mutterseelchen / Gegenseitige Fürsorge
(7)
https://plus.google.com/u/0/111634746643816111742/posts/KrvbBL3JY8L
(8) Bindungshormone / Forschung
(8) 
http://www.welt.de/wissenschaft/article2985898/Forscher-brauen-schon-bald-Zaubertrank-der-Liebe.html 
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#Thymian   #Knabenkraut   #Arnika   #Jenbachtal    #Wirtsalm#Aiblinger_Hütte