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Sonntag, 17. Januar 2016

Völkerverständigung - International Understanding


Sprachen - die kognitiven Modelle sozialen Denkens...

Sprachenunabhängiges Denken ist verschwommenes Denken...
Wir müssen Sachverhalte genau beschreiben können.
Laut dem Sprachwissenschaftler Nicholas Evans sind Sprachen die kognitiven Modelle sozialen Denkens.

Sprache und Kultur
Sprache und Kultur können nicht ohne einander leben.
Sprache und Kultur geben Identifikation und die Basis für unser Denken und Fühlen.

Verdrängung der deutschen Sprache mit pejorativer Konnotation...
Ehm! Unverständliches vor allem in der Wissenschaft...
Wird die deutsche Sprache negativistisch beurteilt und mittels pejorativer Begriffsinhalte (pejorativ: lateinisch peioratum, 2. Partizip von: peiorare = verschlechtern,  zu: peior, Komparativ von: malus = schlecht) verdrängt?
Warum muss das Uni-Deutsch so unverständlich sein?

Deutsch sorgt für Genauigkeit und fördert halt mit kleinen Worten Beziehungen!
Da sollte es eigentlich fast keine Missverständnisse geben (1), wenn wir etwas 'angehen' oder etwas 'abgeht' und die Beziehung wird freundlich bei einer Aufforderung mit 'halt' einem kleinen Wörtchen gefärbt: "Mache es halt!"

Tradition der Schwerverständlichkeit bei den Wissenschaften...
Dass aus einem Holztechnikum (3) in Rosenheim  - die Rosenheimer nannten diese Fachhochschule "Holztechnikum für Holzkletzen - eine 'University of Applied Science Rosenheim' werden muss...
"Ja mei - mir habn hoit koa Tradition mehr" sagen vielleicht manche Rosenheimer frustriert. ;-)

Ja mei - mir habn hoit Tradition!
Nur der Inhalt zählt, aber der ist unverständlich?  
Schätzen wir deutschsprachliche Neigung, Klarheit, Stil und Rhetorik in der Wissenschaft gering?
Carl Gustav Jochmann wetterte 1828 über wissenschaftliche Werke in Deutschland: "...in Deutschland gibt es fast keines, dessen Verfasser nicht unverschämt genug wäre, ihnen auch noch die Mühe des Erlernens einer neuen Sprache zuzumuten.

Imponierdeutsch oder Imponierenglisch?
Sind das die Sprachen einer verwalteten Welt in neuem, äußerst arrogantem Gewand?
Denken wir positiv!
Vielleicht handelt es sich um ein Sprachen-Mix für mehr Zugang zueinander?
Wenn ich zum Beispiel bei türkischen, polnischen, serbischen, kroatischen usw. Familien eingeladen bin, höre ich ein Gemisch aus den Muttersprachen und der deutschen Sprache.

Die Not heiligt die Mittel!
Die Verständigung zwischen Jung und Alt bleibt im Sprachen-Mix äußerst fröhlich frisch und artet in Gelächter aus, wenn z. B. Mama und Sohn sich gegenseitig etwas erklären und dabei neue Worte lernen.
Auf diese Weise – wie beruhigend - stirbt die deutsche Sprache nicht aus. Sie gewinnt an Vielfalt. Die Not bei der Verständigungsschwierigkeit heiligt also die Mittel und führt zu Lernmehrwert, aber zurück zur Wissenschaft...

Deutsch als Sprache von der Wissenschaft verbannt - wie wäre es mit Denglish?
Aha! Sie denglischen schon und Ihre Fachhochschule nennt sich schon längst "University of Applied Sciences" und die Studenten aus dem Ausland lernen hier nicht etwa Deutsch - nein!

Englisch verstehen sie nicht...
Ein Sprachdozent berichtet, dass Englischkurse für ausländische Masterstudenten angeboten werden müssen; ihr Englisch reiche nicht für ein Studium in Deutschland aus.

Für den Besuch bei einem deutschen Englisch sprechenden Arzt oder einer Ärztin reicht es auch nicht...
Ich erinnere mich: Ein indischer Student bei einer deutschen Ärztin mit guten Sprachkenntnissen...
Das führt zu nichts, wenn der Student keine ausreichenden Englisch-Kenntnisse besitzt.
Ich könnte da erzählen... - nein, das führt wiederum zu weit.
Ganz kurz zusammengefasst: Er lernte Englisch und ich viel über Indien.


Und später - wie geht es weiter...????
Später reicht Englisch nicht aus, um in Deutschland einen Arbeitsplatz zu bekommen und kein Arbeiter versteht den Chef und kein Patient den Arzt - auch keinen deutschen Arzt mit Mediziner-Latein - und...

Studieren Sie demnächst Medizin oder Germanistik auf Englisch?
Nein? 
Ach! Sie frischen gerade Ihr Französisch bei Coffee Break French (2) mithilfe der Unterrichtssprache Englisch auf und zwar mit Pierre-Benoit und mit Marc, einem sympathischen schottischen Lehrer:
"Bonjour à tous!
Aujourd'hui nous vous proposons plusieurs nouvelles expressions which can be used to describe someone's personality!"
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Bericht: Anna Maria Zehentauer
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(1)
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