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Samstag, 25. Januar 2014

Web 2.0 - Wo bleibt der sachkundige Marktschreier für den User?

Web-Lernen
Was ist Web 2.0 / Social Media?

Weblernen ist ein aktiver, halbwegs zielgerichteter Vorgang.
Der User im Web 2.0 sucht, findet, verirrt und verwirrt sich oder wird sich Informationen, die geeignet erscheinen mögen oder auch nicht, herausziehen.

Der Web-Effekt?
Die positive oder negative Wirkung eines derartigen Lernens ist nicht vorhersehbar.
Ein internationales und äußerst engagiertes Forscher-Netzwerk setzte Ijad Madisch in Gang mit seinem Mashup eines sozialen Media-Netzwerks für Mediziner und Forscher aus verwandten Fachbereichen.

Ijad Madisch verwirklichte seinen Gedanken 'Give meaning to data’ (8). 
Die Tatsache, dass sich jetzt Forscher ohne Grenzen grenzenlos über medizinische Vorgehensweisen austauschen und sich im Notfall äußerst rasch gegenseitig helfen können, begeistert. Es wurde auch höchste Zeit für diesen Schritt.

Die Lern-Praktiken sind – je nach User-Eigenschaft und Medienkompetenz unterschiedlich.
Bei so einer Web-Exkursion beginnt vielleicht eine Suche nach Paris, aber über einen seinen Neigungen entsprechenden Link landet der User in Petersburg.

Die Lern-Praktiken sind – je nach User-Eigenschaft und Medienkompetenz unterschiedlich.
Abhängig ist das Web-Lernen von den Technologien im "Web 2.0"
Es gibt nicht-formelle und formelle Lern- und Lehr-Szenarien (6).
Für welche sich der User mehr begeistern kann, darf er selbst herausfinden und die 'artgerechte' Lern-Dosis, seine Neigungen und seine Ziele muss er selbst erkennen (7).

Für welche Lern- und Lehr-Szenarien sich der User mehr begeistern kann, darf er selbst herausfinden und die 'artgerechte' Lern-Dosis, seine Neigungen und seine Ziele muss er selbst erkennen. 

Das Leben im digitalen Zeitalter beinhaltet on- und offline einen Crossmedia-Lern-Mix aus formellen und nicht-formellen Lern-Anteilen.
Zusätzlich findet Offline-Austausch von Mensch zu Mensch statt - also Lernen zum Anfühlen.

Geben Sie die Zügel für Ihre Lebens- und Lern-Komposition nicht aus der Hand.
Das ist nicht ganz einfach. Es fehlt die Web-Lern-Kompetenz.
Sie könnten vom Web 2.0 überschwemmt werden.
Ein Web 2.0 - Führerschein wäre zu empfehlen.
Ein Internet-Führerschein wird bereits von Fernakademien angeboten, aber leider noch kein Web 2.0-Führerschein.

Wer die Gefährlichkeit des Web 2.0 erkennt, der ist weniger beim Web-Lernen verletzbar.
Wer die Dunkelheit kennt, der kennt die Gefahren, die im Dunkeln lauern.
- Zur Beruhigung: Im Mittelpunkt des "Web 2.0" steht allemal der User, falls er Social Media als user-zentriert erkennt.
- Zur Warnung: Das Web 2.0 ist verkehrsreich wie eine Kreuzung in einer Großstadt und offen wie ein Irrgarten.
Die offene Hyperlink-Struktur ohne Zugangsschwellen führt dazu, dass mancher User sich mangels Kompetenz - wie schon erwähnt - in den Spinnfäden des Web 2.0 verirrt.
Er mag sich gar gefangen fühlen wie in einem Irrgarten und Gefahren wittern - vorhanden oder nicht.
Hikikomori-Symptome (1) sind dann ebenfalls im Anflug.
Wieviele Leser treiben sich wohl an Wochenenden noch mittags auf Social Media-Marktplätzen im Schlafanzug wie Hikikomori-Kranke herum?

Bei Social Media gibt es kein 'objektives' Zentrum und keine hierarchischen Gliederungen der Inhalte.
Diese 'objektiven' Zentren und hierarchischen Gliederungen gibt es auch im wirklichen Leben nicht überall - leider oder Gott sei Dank?
Ist es nicht spannend, wo uns unser Interesse hinführt?

Der User im Netz erfährt, entscheidet, verändert und treibt im Netz voran.
Social Media mit seinen vielseitigen Stimmen – getrieben von persönlichen und fachlichen niedrigschwelligen Impulsen und Interaktionen – stößt oder rempelt den User an und fordert Userverwandlung.

Veränderung des Menschen zur Kreatur ohne Rückgrat? 

Franz Kafka würde heutzutage von Gregor Samsas Web-Käfer-Verwandlung sprechen (3). Gregor hatte sich während seiner Arbeit zur „Kreatur des Chefs, ohne Rückgrat und Verstand“ entwickelt. In seiner Freizeit studiert er Fahrpläne. Gregor Samsas auszehrende Tätigkeit war von einem „nie herzlich werdenden menschlichen Verkehr“ gekennzeichnet, was ihn völlig verbraucht und verändert hatte.
Auf dem Social Media-Marktplatz begegnet der User virtuell Menschen, die vermeintlich vorgegebene Rollen inne haben und sich verändern.
Sie verändern sich, aber wie?
Wortkundig? / Wortkarg?
Zu Träumern? / Zu Denkern?
Zu Menschen mit Forschergeist, Herz und Freude am Teilen?
Wie einfach wäre es, Fragebögen zu erstellen und Studien im Web 2.0 durchzuführen.

Wo ist der sachkundige Marktschreier für den User?
Der Weblerner wird vielleicht vorwiegend nach "Publikationen" suchen, aber - leider oder wie schön -  alles und jeder ist im Fluss.
Im Web-Leben gibt es kein Endergebnis und keine abgeschlossenen Inhalte. Das Web pulsiert mit den Impulsen.

Maßlosigkeit oder kleine Häppchen verdauen?
Das Weblernen geschieht stückchenweise mit kleinen selbständig zusammengefügten / lose verlinkten Mikrocontent-Häppchen.
Ein zur Maßlosigkeit neigender User des Web 2.0 ist vergleichbar mit einem Römer auf dem Triclinium (=Speise-Sofa, siehe Link 2). Neben dem Verdauen muss er wieder ausspucken.
Das ist zuviel des Guten und erinnert an den Mathäus-Effekt (4):
Wer hat, dem wird gegeben. Wer nicht hat, dem wird genommen werden.
Letzteres kann einem User natürlich auch im Web passieren.
Er muss mit einer Geldstrafe rechnen, wenn er etwas teilt, das nicht schöpferisches Gemeingut ist (siehe cc-Lizenz, Link 5). 
Wer die meisten Vorkenntnisse hat, der tritt nicht in dieses Lizenz-Fettnäpfchen, sondern holt sich aus Lehrinhalten mehr heraus.
Er wird nicht Löffelchen voll mit Chunks, sondern gefüllte Chunks-Eimer an Information in sich hineinschaufeln (4).


Internationale Kommunikation und Vernetzung am Busbahnhof München ZOB

beim Blogger-Treffen am 19.01.2014 als Auftakt anlässlich der DLD-Konferenz in München gab es interessante Gespräche von Blogger zu Blogger. Gleichzeitig wurde das Web 2.0 im Auge behalten. Man musste zwischendurch twittern.  
Märkte sind Gespräche!
Web2.0 ist ein Jahrmarkt der kommunikativen Möglichkeiten! 
Neben dem Einverleiben von maßlos angebotenen Mikrocontent-Häppchen zum Lernen auf dem 'Web-Sofa" findet glücklicherweise auch Web2.0-Kommunikation mit engen Freunden und mit lose vernetzten Bekannten statt. Da gibt es auch keine Sitzordnung wie damals bei den Römern im Speisezimmer (2).
Das Web 2.0 möge nützen und wohl bekomme es!
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Dr. med. Anne Zehentbauer Creative Commons Lizenzvertrag
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(1) Hikikomori
(2) Im römischen Reich bestand der Speisesaal aus drei Speisesofas (Klinen), die hufeisenförmig um den Tisch (mensa) angeordnet waren.
(3) 'Die Verwandlung' ist eine im Jahr 1912 entstandene Erzählung von Franz Kafka
(3)http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Verwandlung 
(4) Mathäus Effekt
Wer hat, dem wird gegeben. Wer nicht hat, dem wird genommen werden.
(5) Creative_Commons /cc
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons
(6) Informelles Lernen
(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Informelles_Lernen 
(7) Sage mir, wie Du moocst / lernst / arbeitest / sprichst und ich sage dir, wer du bist.
(7) https://plus.google.com/111634746643816111742/posts/2K3RSDzdW5j
(8) Give meaning to data

(8) https://plus.google.com/111634746643816111742/posts/8Apz1MgUhcX
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